Google Trips – Thailand
Google hatte mit Google Trips eine Reise-App veröffentlicht, die die Planung in vielen großen touristischen Städten weltweit erleichtern sollte. Doch half sie wirklich, wenn man eine Reise nach Thailand plante? Wir wollten es damals genau wissen. Das war unsere Einschätzung.
Google Trips – Thailand


Sehenswürdigkeiten
Der Bereich „Things To Do“ enthielt Listen der wichtigsten Attraktionen, je nach besuchter Stadt unterschiedlich kategorisiert. Für Bangkok gab es zum Beispiel Royal Bangkok, Temples, Classic Markets, Vintage Shopping, Indoors, Outdoors, Kid Friendly und Farther Away.
Diese Art der Kategorisierung ergab für viele Thailand-Ziele durchaus Sinn, und sie gefiel uns grundsätzlich. Nach der Auswahl einer Sehenswürdigkeit erschien außerdem eine kurze Beschreibung mit Website und Routen-Schaltfläche.
Die Informationen wurden ähnlich dargestellt wie in der Google-Suche, ein Stil, der den meisten Nutzern vertraut sein dürfte.


Essen und Trinken
Das Übersichtsmenü zu Food & Drink gab einen allgemeinen Eindruck von Essen und Restaurants in den jeweiligen Städten. Es war damals etwas knapp, aber dennoch interessant zu lesen.
Die „Top Spots“ waren dagegen weniger hilfreich. Ähnlich wie bei den Sehenswürdigkeiten war dieser Bereich in Kategorien wie Classic Thai, Modern Thai und Asian Dining unterteilt.
Für kleinere Städte in Thailand konnte das nützlich sein, für eine große Stadt jedoch kaum. In Großstädten braucht man vor allem die Möglichkeit, nach Lage zu sortieren, denn nur wenige Reisende möchten im Urlaub für jede Mahlzeit ein bis zwei Stunden fahren.
Google, bitte ergänzt eine Sortierung nach Standort. Das würde Trips deutlich nützlicher machen.
Fortbewegung
Der Bereich „Getting Around“ behandelte mehrere Themen rund um den Transport, darunter öffentliche Verkehrsmittel, Taxis und Autofahren. Er erklärte fast alles, was man am Ankunftstag wissen musste, auch wenn man für ein Taxameter in der Praxis eher etwas mehr einplanen sollte, als Trips vorschlug.
Trips wies außerdem darauf hin, dass ein großer Teil Bangkoks nicht fußgängerfreundlich ist, empfahl, lange Strecken zu Fuß zu vermeiden, und nannte einige Orte, die sich sicher zu Fuß erkunden lassen.


Tagespläne
Google Trips startete mit fünf Tagesplänen für Bangkok und empfahl dazu einige Transportarten. Dennoch sollte man diese Tagespläne nicht als Grundlage für die Urlaubsplanung verwenden.
Zum Zeitpunkt dieses Artikels lieferten die Day Plans nicht genügend Informationen, damit Touristen die vorgeschlagenen Routen ohne lokale Unterstützung oder Reiseveranstalter sinnvoll umsetzen konnten. Manche Routen waren schlicht nicht praktikabel.
Der Plan für Bangkok Markets enthielt beispielsweise fünf Ziele: Taling Chan Floating Market, Chatuchak Market, Pratu Nam Market, Patpong Night Market und Rod Fai Night Market. Diese Route war offensichtlich nicht realistisch und wirkte, als sei sie von jemandem erstellt worden, der diese Orte nie selbst besucht hatte.
Die Märkte liegen in verschiedenen Teilen Bangkoks, und kaum jemand würde sie alle an einem einzigen Tag besuchen wollen. Wenn man mit dem Einkaufen auf dem Patpong Night Market fertig wäre, würde der Rod Fai Night Market bereits schließen.
Trips schlug außerdem viel Fußweg vor, ohne andere Faktoren wie den Zustand der Gehwege oder Thailands heißes, feuchtes Klima ausreichend zu berücksichtigen. Selbst wenn die App anzeigte, dass man ein Auto oder öffentliche Verkehrsmittel nutzen müsse, wurden keine Busliniennummern genannt.
Für die konkrete Frage, wie man von einem Ort zum nächsten kommt, half das nur begrenzt.


Thailands Notrufnummer
Laut Trips war Thailands Notrufnummer 911, außerdem könne man in Bangkok für einen Krankenwagen 1646 wählen. Diese Information war falsch und sollte nicht übernommen werden.
Es gab zwar Gerüchte, Thailand stelle auf 911 um, doch das stimmte nicht. Gerade eine Notrufnummer darf nicht falsch sein.
Wir meldeten diesen Punkt damals an Google und hofften auf eine schnelle Korrektur.
Die korrekte allgemeine Notrufnummer ist 191. Obwohl sie vor allem auf polizeiliche Notfälle ausgerichtet ist, können die Mitarbeitenden an andere Notfalldienste weiterleiten. Reisende nach Thailand sollten außerdem die Nummer der Tourist Police (1155) und den medizinischen Notruf (1669) speichern. Letzterer ist im Vergleich zu anderen thailändischen Notrufnummern sehr brauchbar und kann in allen Provinzen Thailands einschließlich Bangkok genutzt werden. Selbst in Bangkok ist 1669 gegenüber 1646 vorzuziehen und an Feiertagen oder Wochenenden meist leichter zu erreichen als 191.
Kurz gesagt: 191 für Polizei, 1669 für einen Krankenwagen, 1155 für die Tourist Police.
Gut, aber noch nicht zuverlässig
Google hatte seine Mission, Reisen spürbar einfacher zu machen, damals noch nicht erfüllt. Trips funktionierte nicht so, wie es sollte, und war in mehreren Teilen Thailands praktisch nur eingeschränkt nutzbar.
Die falsche Notrufnummer musste sofort korrigiert werden. Trotzdem lässt sich nicht sagen, dass Google schlechte Arbeit geleistet hatte.
Die Idee war stark und vielversprechend. Es gab viele interessante Informationen, die besonders für Erstbesucher Thailands nützlich und unterhaltsam waren.
Mit anderen Worten: Die App war ein guter Einstieg, aber noch kein verlässliches Planungswerkzeug.
